Thema
Was ist Frau?

Text
Hannah Schultheiß

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Lenni Baier



Blut, Tränen und Ingwer

Heißhungerattacken, Blähbauch, Krämpfe – während der unterschiedlichen Phasen des Menstruationszyklus haben viele Frauen mit lästigen Begleiterscheinungen zu kämpfen. »Bestimmte Lebensmittel können helfen, diese Symptome zu lindern«, sagt Nicole Heinze. Die Gesundheitswissenschaftlerin und Ernährungsberaterin hat sich mit einem Thema beschäftigt, welches in der Forschung bisher kaum Platz findet: eine im Hinblick auf den Menstruationszyklus optimierte Ernährung. Vor allem zwei Phasen sind für viele Frauen belastend: Die Zeit kurz vor der Menstruation ist geprägt von Stimmungsschwankungen, Heißhunger und Blähbauch. Während der Menstruation machen vor allem Bauchkrämpfe und Schwächegefühl vielen Frauen zu schaffen.

Es gibt viele Lebensmittel, die helfen können, die Leiden zu lindern. Doch wie soll man sie kombinieren? Wir haben der Star-Köchin Sarah Wiener eine Liste geeigneter Zutaten geschickt und sie gebeten, uns zwei leckere und alltagstaugliche Rezepte zu kreieren.

Für die Lutealphase:

Die Tage vor der Menstruation sind für viele Frauen anstrengend. Um starken Periodenschmerzen vorzubeugen, sollten sie schon in dieser Zeit mehr Kalzium und Magnesium zu sich nehmen. Milchprodukte wie Sahne oder Käse enthalten viel Kalzium. Cashewkerne enthalten Magnesium, wirken sich außerdem positiv auf die Stimmung aus. Denn die kann in dieser Phase ganz schön im Keller sein. »Auch B-Vitamine, wie sie im Feldsalat und Karotten vorkommen, heben die Stimmung«, sagt Nicole Heinze. Heißhungerattacken in dieser Zeit kommen vermutlich vom erhöhten Kalorienbedarf. Der Körper benötigt in der Lutealphase tatsächlich mehr Kalorien. »Da sollten wir zu Vollkornprodukten greifen, die machen uns lang anhaltender satt«, sagt Nicole Heinze. Wenn die Brüste in dieser Zeit spannen, liegt das an Wassereinlagerungen. »Ingwer und Sellerie können sie reduzieren«, sagt Nicole Heinze. Sie rät Betroffenen außerdem, in dieser Zeit auf Koffein zu verzichten.

Karotten-Ingwersuppe

Zutaten (für vier Personen):
250 g Karotten (orange und violette), 1 große Zwiebel, 50 g Sellerie, 100 g Kartoffeln, 50 g Ingwer, 800 bis 1000 ml Gemüsebrühe, 100 g geriebenen Parmesan, 200 ml Sahne, 4 EL kalte Butter, Salz und Pfeffer, 2 Handvoll Feldsalat, Cashewkerne, etwas Leinöl

Zubereitung:
Karotten, Zwiebeln, Sellerie und Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Das Gemüse und etwas Oliven- oder Rapsöl in einen Topf geben und unter ständigem Rühren anschwitzen. Den Ingwer schälen, klein schneiden und hinzufügen, mit Gemüsebrühe auffüllen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Etwa 30 Minuten offen köcheln lassen, dann die Sahne und die Butter zugeben und alles pürieren. Parmesan einstreuen, zwei Handvoll Feldsalat kleinschneiden und roh hinzufügen. Die Suppe mit angerösteten Cashewkernen und einem Spritzer Leinöl garnieren.

Für die Zeit während der Menstruation:

Omega-3-Fettsäuren, wie sie in Fisch, Walnüssen oder Chiasamen vorkommen, können Regelschmerzen lindern. Zwar ist die Menge an Blut, die Frauen jeden Monat verlieren, nicht so groß. Dennoch ist es ratsam, eisenhaltige Lebensmittel zu sich zu nehmen, zum Beispiel Pfifferlinge und Petersilie. Das in Paprika und Petersilie enthaltene Vitamin C hilft dem Körper, das Eisen aufzunehmen. »Wichtig ist, bei dieser Mahlzeit auf jegliche Milchprodukte und Koffein zu verzichten«, sagt Nicole Heinze. Denn die würden die Eisenaufnahme behindern.

Pfifferling-Gemüsepfanne mit Bulgur

Zutaten (für vier Personen):
880 g Pfifferlinge, etwas Olivenöl, 2 rote Paprika, 2 Bund glatte Petersilie, 3 bis 4 Handvoll junge Brennnesselspitzen, 1 große Zwiebel, 1 Handvoll Walnüsse, Saft einer kleinen Zitrone, 1 TL Chiasamen, 1 Tasse Bulgur, etwas Salz, Pfeffer, Cumin und Chili

Zubereitung:
Die Pfifferlinge gut putzen und in Olivenöl kurz anschmoren. Die Petersilie mit Stängel zerkleinern. Zwei rote Paprika in Streifen schneiden und andünsten, bis sie Farbe haben. Drei Handvoll junge Brennnesselspitzen waschen (Handschuhe) und in einer Pfanne mit einer gehackten Zwiebel kurz weichdünsten, bis sie leicht zusammenfallen. Eine Tasse Bulgur mit zwei Tassen Salzwasser kurz aufkochen und zehn Minuten durchziehen lassen, bis das Wasser aufgebraucht ist. Mit den Pilzen und dem Gemüse mischen. Eine Handvoll Walnüsse klein hacken und darüber streuen. Dann noch salzen, pfeffern und mit dem Saft einer kleinen Zitrone und einem Teelöffel Chiasamen abschmecken. Wer möchte, kann noch einen Hauch Cumin oder Chili hinzufügen.

Dieser Text stammt aus der Ausgabe Nr. 9 »Was ist Frau?«

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