Tiefe Wasser
In der Tiefsee herrschen extreme Bedingungen – ewige Dunkelheit, gigantischer Druck und Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt. Und doch wimmelt sie vor Leben: Anglerfische locken mit leuchtendem Köder, Röhrenwürmer wachsen an heißen Quellen und Mikroorganismen gewinnen Energie aus Schwefel und Methan. Nirgendwo sonst gibt es so viele Arten. Die meisten davon sind uns unbekannt.
Die Tiefsee ist ein rätselhafter Riese, über den wir fast nichts wissen. Wir haben bessere Karten von der Oberfläche des Mars als vom Meeresboden. Dabei sichert die Tiefsee auch unser Überleben: als Kohlenstoffsenke und treibende Kraft unseres Klimasystems. Wenn wir diesen Lebensraum bewahren und unsere Zukunft sichern wollen, müssen wir die Tiefsee besser verstehen. Denn ihre Ökosysteme sind in Gefahr.
Mit diesem Schwerpunkt wollen wir etwas Licht ins Dunkel bringen.
Deshalb stechen wir mit Forschenden in See und gehen dem Meer auf den Grund. Im Interview erzählt Angelika Brandt, wie sie Arten in 10.000 Metern Tiefe entdeckt. Wir erfahren, wie groß der Einfluss des Menschen bereits ist – und warum die ersehnte Kartierung des Meeresbodens vielleicht mehr schadet als nützt.
Auf hoher See: Mikrokosmos Forschungsschiff
Wie erlangen wir neues Wissen über die Tiefsee? Unsere Autorin Michaela Vieser fuhr bei einer Expedition im Atlantik mit. Sie traf auf Forschende, die das Leben auf engstem Raum bewältigen – und eine Mannschaft, die Wissenschaft erst möglich macht.
Die Vermessung der Meere
Man kann nicht schützen, was man nicht kennt. Deshalb will die Initiative Seabed 2030 den Meeresboden kartieren. Dabei stößt sie auf geopolitische Hindernisse – und trägt am Ende vielleicht zur Ausbeutung des Lebensraumes bei. Ein Text von Laura Trethewey.
»Wir Menschen werden ein Problem bekommen«
Die Lebewesen der Tiefsee sind wie aus einer anderen Welt. Angelika Brandt hat sie auf über 30 Expeditionen erforscht. Sie entdeckte neue Arten und ungeahnte Zusammenhänge – doch staunt noch immer über das Ausmaß unseres Nichtwissens. Ein Interview von Martin Theis.
Für immer da unten
Der Tiefseeboden ist ein Archiv: Was herunterfällt, bleibt liegen. Michaela Vieser liest für uns in den Spuren lang vergangener Zeit.
