Stuttgart 2050

03.07.2026, Stuttgart | Marktplatz
18:30 Uhr | Einlass: 18:00 | Eintritt frei

Stuttgart 2050
feat. Dominik Eulberg

Wie sieht die Zukunft aus? Wie kann Stuttgart wachsen und gedeihen? Das Science Notes Magazin lädt Forschende ein, ihre Vision von Stuttgart 2050 auf der Bühne am Marktplatz zu präsentieren.

Der DJ, Musikproduzent und Biologe Dominik Eulberg nimmt uns mit auf eine audiovisuelle Reise.

Die Veranstaltung ist Teil der Stuttgarter Wissenschaftsfestivals.

Programm

Wie geht nachhaltigere Lebensmittelversorgung mit Bioökonomie?

Prof. Dr. Iris Lewandowski | Universität Hohenheim

Die Bioökonomie ist ein strategisches Leitthema an der Universität Hohenheim. Dabei ist es das Ziel einer nachhaltigen Bioökonomie praktische Lösungen zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen, wie der nachhaltigen Bereitstellung von ausreichend und gesunden Lebensmitteln, dem Begegnen des Klimawandels und seiner Folgen sowie der Biodiversitätskrise bereitzustellen. Hierfür werden durch die Bioökonomie der Einsatz fossiler Rohstoffe verringert, landwirtschaftliche Produktionssysteme nachhaltig gestaltet und Prinzipen aus der Natur angewendet. An folgenden Beispielen wird verdeutlicht, wie die Bioökonomie dazu beitragen kann die Lebensmittelversorgung verlässlicher und nachhaltiger zu gestalten:

  • Ergebnisse einer Studie zu den Möglichkeiten die Nährstoffkreisläufe zwischen der Stadt (=Konsum der Lebensmittel) und dem Land (=Produktion von Lebensmitteln) durch den Einsatz von Bioraffinerien zu schließen. Hierbei zeigt sich, dass die Gewinnung von sogenannten Recycling-Düngern aus Abwässern und Abfällen der Stadt dazu beitragen könnte, dass die Region nahezu unabhängig vom Import von energieintensiv hergestelltem Stickstoffdünger und fossil abgebautem Phosphordünger werden könnte. Außerdem werden so einerseits die umweltschädlichen Treibhausgas- und andere Emissionen aus der Behandlung städtischer Abfälle sowie ebenfalls die Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft erheblich verringert.
  • Das Schließen von Nähstoffkreisläufen in der Lebensmittelproduktion kann in sogenannten Urban Gardening Systemen aber auch im Kleinen stattfinden. Dabei können Stadtbewohner ihre eigenen organischen Abfälle zur Produktion von Lebensmitteln verwenden und gleichzeitig andere Funktionen der Pflanzen genießen, wie z.B. Kühlung oder das Bieten von Insektennahrung. An diesem Beisppiel kann auch gezeigt werden wie der gezielte Einsatz von Pflanzen in der Bioökonomie mehrere Ziele gleichzeitig verfolgt, wie der Produktion von Nahrungsmitteln und Rohstoffen für verschiedene Nutzungen aber auch die Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen zur Förderung der Biodiversität oder der Verbesserung des Stadtklimas.

 

Iris Lewandowski ist Professorin für ´Nachwachsende Rohstoffe in der Bioökonomie´an der Fakultät für Agrarwissenschaften der Universität Hohenheim in Stuttgart. Mit ihrem Fachgebietsteam forscht und lehrt sie zur interdisziplinären Entwicklung, Analyse und Bewertung nachhaltiger Agrarsystemen sowie zu integrierten biobasierten Wertschöpfungsnetzen in der Bioökonomie.  Ihre Leidenschaft ist die Weiterentwicklung einer nachhaltigen Bioökonomie. Dazu unterstützt sie als Co-Vorsitzende des Beirats die Umsetzung der Landesstrategie „Nachhaltige Bioökonomie für Baden-Württemberg”. An der Universität Hohenheim leitet sie den ersten internationalen Studiengang zur Bioökonomie in Europa und ist wissenschaftliche Sprecherin der Allianz der Europäischen Bioökonomie Universitäten (European Bioeconomy University, EBU).

Stadtentwicklung

Prof. Martina Baum | Universität Stuttgart

Biodiversität für alle!

Prof. Dr. Leonie Fischer | Universität Stuttgart

Der Beitrag zeigt auf, welche Potenziale Städte für Biodiversität bereithalten. Es geht dabei um vielfältige Lebensräume, um besondere und ganz alltägliche Pflanzen- und Tierarten und um die Menschen, die diese Vielfalt erleben können. Wir gehen der Frage nach, wer welches Grün, Blau und welches Tier mag, warum das so ist und wie wir Städte als gemeinsame Landschaften für Menschen und andere Arten verstehen können.

Mein wissenschaftlicher Schwerpunkt ist die Stadtökologie, sowohl in tropischen als auch in gemäßigten Regionen. Ich möchte u.a. verstehen, welche Biodiversität wo vorhanden ist, wie Menschen die städtische Natur wertschätzen und welche Faktoren ihre Einstellung beeinflussen. Ein wesentlicher Bestandteil meiner Forschungsarbeit ist ihre praktische Ausrichtung und Anwendbarkeit.

Urbane Falter

Natalia Eulberg

Musik

Dominik Eulberg

Dominik Eulberg gestaltet unseren Bionik-Abend musikalisch und erzählt dabei von seinen Erkundungen der Tierwelt: von Libellen, Glühwürmchen und Eisvögeln. Dabei spielt er auch Tracks aus seinem Album »Bionik«.

Dominik Eulberg, der ravende Ornithologe aus dem Westerwald, international gebuchter DJ im Rampenlicht und stiller Beobachter heimischer Flora und Fauna gleichermaßen, ein Meister der versöhnlichen Widersprüche. Seit seiner ersten Veröffentlichung im Jahre 2003 streut der Ausnahmekünstler nun schon ökologisches Fachwissen mit seinen Tracks in die Welt, um Menschen für die Natur zu resensibilisieren. Natur ist die große Inspirationsquelle für sein Schaffen, inhaltlich wie dramaturgisch und das bereits seit 1993.

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