
Zarte Fakten
Wissenschaft soll möglichst objektiv sein, faktenbasiert und unvoreingenommen. Doch Forscher:innen sind auch nur Menschen. Sie werden traurig, wütend oder verzweifelt. Manchmal sind sie persönlich von dem betroffen, was sie beobachten. Wie gehen sie damit um? Und was macht das mit ihrer Arbeit?
Das wollen wir in diesem Schwerpunkt erfahren. Dafür treffen wir neun Menschen, die auch Wissenschaftler:innen sind – und nicht neun Wissenschaftler:innen, die privat auch Menschen sind. Wir fragen nicht nach ihren Ergebnissen, sondern legen den Fokus auf ihre Gefühle – wie es ihnen in der Wissenschaft geht, was sie bekümmert, was sie antreibt oder woran sie zu zerbrechen drohen.
Hitziges Thema, kühler Kopf?
Die Humangeografin Anna Lena Bercht erforscht die Auswirkungen des Klimawandels auf menschliche Gemeinschaften. Bei der Feldforschung hat sie oft direkt mit betroffenen Menschen zu tun – und gerät in emotionale Spannungsfelder.
Wenn die Dämme brechen
Oleksandra Shumilova erforscht die Ökologie von Flüssen. Nun dreht sich die Arbeit der Ukrainerin plötzlich auch um den Krieg.
Auf einmal auch Patient
Als Onkologe erforschte Wolfram Goessling den Krebs mit professioneller Distanz – bis er selbst eine Krebsdiagnose bekam.
Was für ein Affentheater!
Die Primatenforscherin Julia Fischer beobachtet das Leben von Pavianen. Trotz reichlich Gossip versucht sie, ganz nüchtern zu bleiben. Gelingt ihr das?
Emotionen sind das, was Forschung treibt
Als Physikerin und Philosophin kennt Rafaela Hillerbrand verschiedene Spielarten der Wissenschaft. Für sie ist Rationalität in der Forschung nicht alles – und das Bauchgefühl ein guter Wegweiser.
Ausgerechnet Tierversuche
Im Labor muss die Neurowissenschaftlerin Larglinda Islami auch Mäuse töten – außerhalb lebt sie vegan. Wie hält sie diesen Konflikt aus?
Im Bauch des Biestes
Die Historikerin Safua Akeli erforscht die Kolonialgeschichte zwischen Deutschland und ihrer Heimat Samoa. Dabei stößt sie auf emotional belastende Geschichten – und herabwürdigende Sprache. Welchen Umgang findet sie damit?
Der Schutzschild bricht
Als der Ozeanograph Erik Sebille seinen Studierenden die Auswirkungen des Klimawandels auf das Meer erklärte, übermannten ihn die Gefühle. Er brach die Vorlesung ab – und hat etwas Wichtiges über Kommunikation gelernt.
Bewegen und bewegt werden
In einem blauen Truck lädt die Geografin Morgane Dujmovic geflüchtete Menschen ein, ihre Erfahrungen zu teilen. Das ermöglicht Dujmovic neue Perspektiven – auch auf ihre eigene Geschichte.