Gute Reise
Reisen kann bilden, Stress reduzieren, Toleranz fördern. Doch als Reisende sind wir auch Eindringlinge – in fremde Kulturen und unberührte Natur. Tourismus schadet der Umwelt: Im Jahr 2024 war Tourismus für 8,8 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Ein Flug bläst viel zu viel CO2 in die Atmosphäre, Wintersport zerstört den Alpenraum, Massentourismus sorgt für Abwässer und Müll. Geht das nicht auch anders?
In diesem Schwerpunkt gehen wir dieser Frage nach – und begeben uns dafür auf drei Text-Reisen. Im mexikanischen Lacandon-Wald etwa besuchen wir verschiedene Ökotourismus-Projekte, initiiert von einer Biologin. Sie sollen dazu beitragen, einen letzten Rest an tropischem Regenwald in Mexiko zu erhalten. Mit der Ethnologin Gabriele Habinger sprechen wir über Reisen auf Augenhöhe – insbesondere in Ländern, die einst kolonisiert waren. Und wir reisen in den Alpenraum und ergründen in mehreren Gedichten den Wintertourismus in einer immer wärmeren Welt.
Ein letzter Rest Regenwald
Im mexikanischen Lacandon-Regenwald soll der Ökotourismus retten, was die Menschen zuvor fast gänzlich zerstört haben. Was jetzt noch fehlt, sind die Reisenden. Doch kann ein Wald wirklich nur überleben, wenn wir ihn benutzen? Eine Reportage von Nelly Ritz.
Gabriele Habinger, wie reisen wir auf Augenhöhe?
Im Urlaub wollen wir die Fremde erkunden, doch oft bewegen wir uns dabei auf kolonialen Pfaden. Die Ethnologin Gabriele Habinger erklärt, was das bedeutet – und warum wir uns nicht wundern sollten, wenn uns die Menschen vor Ort zurück fotografieren. Ein Interview von Sabrina Graf.
Erinnerungen an Schnee
Die Tourismusforscherin Monica Nadegger untersucht unter anderem die schädlichen Effekte des Wintersports – und ist selbst Skifahrerin. Wie sie diesen Widerspruch aushält? Sie schreibt Gedichte darüber. Bernd Eberhart hat mit ihr einen Blick auf diese Texte geworfen.