Biodiversität I

13.11.2014, Tübingen, Schlachthaus

Thema

Biodiversität ist eines der großen Themen unserer Zeit. Ein Bruchteil der Arten sind erst erforscht und gleichzeitig sterben jeden Tag unzählige von ihnen unwiderruflich aus – und dabei sind sie alle wichtig, nicht zuletzt für uns! Bei den Science Notes berichten fünf renommierte Wissenschaftler von ihrer Forschung: verständlich, anschaulich und in je 15 Minuten. Dazu gibt es elektronische Musik erster Wahl.

Vorträge

Die dunkle Seite der Biodiversität

Prof. Dr. Nico Eisenhauer, Universität Leipzig

Die Biodiversität spielt eine entscheidende Rolle für die Funktionsweise von Ökosystemen. Wir wissen allerdings erschreckend wenig über einen bedeutenden Teil dieser Biodiversität: diejenige unter unseren Füßen. Dieser Vortrag nimmt Sie mit auf eine kurze Reise in die verborgene Welt der Mikroorganismen und Tiere im Boden und verdeutlicht, dass wir nur ein mechanistisches Verständnis der Funktionsweise von Ökosystemen erlangen können, wenn wir die enorme Biodiversität im Boden berücksichtigen und verstehen lernen.

Der Ocean Sampling Day – Auf der Spur der Mikroorganismen

Prof. Dr. Frank Oliver Glöckner, Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie

Wussten Sie, dass bis zu 1 Millionen Mikroorgansimen in einem Milliliter Meerwasser leben? Warum braucht man Computer um diese zu erforschen? Der Molekularbiologe und Bioinformatiker Prof. Dr. Frank Oliver Glöckner, Wissenschaftler am Max Planck Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen und Professor für Bioinformatik an der Jacobs Universität, erklärt in diesem Vortrag, welche Bedeutung marine Mikroorganismen für das Gleichgewicht des marinen Ökosystems haben. Er wird darüber berichten, wie über 180 marine Stationen aus 38 Ländern sich beim Ocean Sampling Day zusammengefunden haben um die Vielfalt und Funktion der unsichtbaren Mehrheit unserer marinen Ökosysteme zu erforschen und warum modernste Computertechnologie in der marinen Forschung unentbehrlich geworden ist. Er möchte darüber hinaus alle Bürger auffordern sich im beim „Bürger schaffen Wissen“ Projekt MyOSD zu beteiligen.

Biodiversität im Korallenriff – Wie Orientierung zur Entstehung neuer Arten beiträgt

Prof. Dr. Gabriele Gerlach, Universität Oldenburg

Nachdem die Larven von Korallenriff Fischen aus dem Ei geschlüpft sind, verlassen sie ihren Geburtsort und entwickeln sich oft über mehrere Wochen auf einer Wanderung im offenen Ozean. Lange dachte man, dass diese Wanderungen zu einer zufälligen Vermischung der Tiere führen. Neuere Untersuchungen zeigen aber, dass diese nur Millimeter großen Larven Orientierungsleistungen besitzen, die sie zielgenau an den Geburtsort zurückführen können. An isolierten Riffen können sich so neue Arten entwickeln.

Parasiten und Mörder

PD Dr. Josef Settele, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Ameisenbläulinge gehören zu den wenigen „fleischfressenden” Tagfaltern. Sie haben im Laufe der Evolution äusserst bizarre Überlebensstrategien entwickelt, die im Rahmen des Vortrages vorgestellt werden – nur noch übertroffen von parasitischen Schlupfwespen, die auf diese Falter angewiesen sind…

Weibliche Dominanz

Prof Dr. Herbert Hofer, Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung