Mobil

16.09.2017, Astra Kulturhaus Berlin

Thema

Du bist viel unterwegs, kommst rum im Kiez und auf der ganzen Welt. Wir auch! Deswegen gibt es Stau und dicke Luft und so langsam wird es eng. Wie soll das weitergehen? Bleiben wir in Zukunft am besten alle zuhause? Das muss nicht sein, sagen herausragende Forscher. Sie entwickeln heute Lösungen für eine mobile Zukunft. Zeit ihnen zuzuhören!

Vorträge

In die Zukunft fliegen

Prof. Dr. Hartmut Fricke, TU Dresden – Institut für Luftfahrt und Logistik

Vom einzelnen Flugzeug bis zum ganzen Flughafen: Hartmut Fricke forscht all-things-aviation. Er ist Professor für Technologie und Logistik des Luftverkehrs an der TU Dresden und eine der führenden Kapazitäten in Sachen Flugverkehr in Deutschland.

Die Science Note: “Moderne Flugverfahren zwischen Ökologie, Ökonomie und Sicherheit”
Fliegen ist in den letzten 10 Jahren auch dank der „Low Coster“ erheblich günstiger geworden. Wir alle nutzen dies, um kurze Trips in ferne Städte zu unternehmen, statt daheim ins Café zu gehen. Neben Konkurrenzdruck tragen auch die seit einigen Jahren niedrigen Energiepreise zu günstigen Tickets bei. Doch die Kehrseite ist: Wir erzeugen weiter steigende verkehrsbedingte Emissionen und es wird enger in der Luft, die Anzahl an Flugbewegungen stieg im letzten Jahr in der Hauptstadt Berlin um 9%! Damit steht der Luftverkehr vor der Verantwortung, trotzdem weiterhin sicherster Verkehrsträger der Welt zu bleiben und Antworten auf die Kritik zu geben, Schadstoffe in die höhere Atmosphäre unseres Planeten zu leiten, deren Wirkung wir noch nicht verlässlich beurteilen können. An der TU Dresden entwickeln wir hierfür „multikriteriell“ optimierte Flugprofile mittels innovativer Flugführungs- und Gefahrenmodelle.

 

Innovative Mobilität

Prof. Dr. Andreas Knie, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung TU Berlin

Andreas Knie ist Soziologe und die Verkehrsforschung beschäftigt ihn, seit er Ende der 80er die Projektgruppe Mobilität am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) aufbaute. Mit dem Diesel hat er sich bereits in den 90ern intensiv beschäftigt: Andreas Knie ist mit seiner Forschung seiner Zeit immer einen Schritt voraus.

Die Science Note: “The Future of Mobility”
Das Smartphone ist nicht mehr nur das Info- sondern auch das Zugangs- und das Bezahlmedium. Man erkennt Räder, Roller, Autos, Busse und Bahnen, man kann sie spontan nutzen oder auch für längere Reisen planen. Das Smartphone öffnet die Türen oder die Schlösser, es zeigt die Fahrtberechtigungen oder auch Reservierungen an und natürlich auch den Weg, den Standort oder was immer man gerade an Informationen braucht. In den Städten mit hoher Verfügbarkeit von Verkehrsgerätschaften wird diese „digitale Mobilität“ immer attraktiver. Nach Berechnungen des InnoZ sind in den großen deutschen Städten bereits jetzt rund 25 Prozent der Einwohner Mitglieder, Kunden oder einfach nur Nutzer dieser digitalen Dienste. Die digitalen Plattformen erhöhen die Flexibilität und schaffen damit einen weiteren Schub an Individualität in öffentlichen Räumen.

Energie und Verkehr

Prof. Dr. Karsten Lemmer, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) – Vorstand Energie und Verkehr, TU Braunschweig

Karsten Lemmer ist Vorstand für Energie und Verkehr beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Damit verantwortet er die Forschungsarbeit von über 1200 WissenschaftlerInnen! In Sachen Mobilitätsforschung hat der Mann viel zu sagen!

Die Science Note: “Autonom, automatisiert, informiert: Die Zukunft der Mobilität”
Automatisierung und Vernetzung sind Schlüsseltechnologien für die Mobilität der Zukunft. Wir müssen sie gewinnbringend nutzen und gestalten. Die Potentiale: Unfälle vermeiden, Staus und Emissionen reduzieren, entspannt fahren und parken, Freiräume und neue Mobilitätsangebote schaffen. Automatisierung kann dabei für Teilaufgaben bis zum fahrerlosen Fahren in verschiedenen Abstufungen genutzt werden. Teilautomatisierungen finden wir schon heute auf unseren Straßen, für höhere Automatisierungsgrade sind jedoch noch technische, rechtliche und gesellschaftliche Hürden zu nehmen. Ein zentrales Thema: Wie vertragen sich Mensch und Technik und wie gehen sie miteinander um?

 

Nachhaltig mobil

Prof. Dr. Barbara Lenz, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) – Institut für Verkehrsforschung, Humboldt Universität Berlin – Geographisches Institut

Mensch, Verkehr und Nachhaltigkeit sind die drei großen Stichwörter des DLR Instituts für Verkehrsforschung, das Barbara Lenz seit 2007 leitet. Die Geographin interessiert sich vor allem für Mobilitätsverhalten, Umwelt und Nachhaltigkeit, Vernetzung der Verkehrsträger und den Zusammenhang von Verkehr und Wirtschaft. Das macht sie zu einer der wichtigsten Forscherinnen in Sachen Mobilität in Deutschland.

Die Science Note: “Akzeptanz des autonomen Fahrens”
Fahrzeuge ohne Fahrer sind heute schon – wenn auch erst testhalber – auf öffentlichen Straßen unterwegs, nicht in Deutschland, aber in den USA, Singapur, Japan, Schweden. Die Automatisierung des Fahrens erscheint unaufhaltbar. Die Nutzerinnen und Nutzer der automatisierten Fahrzeuge von morgen sehen sich einer technischen Entwicklung gegenüber, die sie gleichermaßen mit hohen Erwartungen an Verkehrssicherheit und Komfort verbinden, wie auch mit Zweifeln an ihrer Machbarkeit und Wünschbarkeit. Welche Eigenschaften der neuen Fahrzeuge sind aus heutiger Nutzersicht wichtig, wie stellen sich die Nutzerinnen und Nutzer das Unterwegssein von morgen vor? Welche Vorbehalte gibt es? Der Beitrag setzt sich mit der Akzeptanz des autonomen Fahrens auseinander und beleuchtet dabei dezidiert auch Gender-Aspekte.

 

Auto und Mensch: Wie passt das zusammen?

Prof. Dr. Michael Schreckenberg, Universität Duisburg Essen – Physik von Transport und Verkehr

Ein Festkörperphysiker erforscht den Verkehr? Und das erfolgreich! Zusammen mit Kai Nagel hat Michael Schreckenberg das Nagel-Schreckenberg-Modell entwickelt: Damit kann man den Straßenverkehr simulieren und ist vielleicht eine der einflussreichsten Publikationen in der Verkehrsforschung.

 

 

 

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