Biodiversität II

23.06.2016, Leipzig, WERK 2

Vorträge

Ich bremse auch für Bakterien

Prof. Dr. Hauke Harms, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung / Universität Leipzig / iDiv

Zugegebenermaßen sieht man diesen Autoaufkleber eher selten. Mikroben haben eine schlechte Presse. Und wem kommen sie beim Nachdenken über Biodiversität schon in den Sinn? Höchste Zeit also für die Rehabilitation der ‚Dunklen Materie der Ökologie‘, ohne die gar nichts so wäre, wie wir es kennen, lieben und brauchen.

Prof. Dr. Hauke Harms leitet den Bereich Umweltmikrobiologie am Helmholtz- Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig und ist Mitglied des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Erforschung von mikrobiellen Gemeinschaften in Böden, Gewässern und technischen Systemen. Dabei geht es sowohl um den Abbau von Schadstoffen als auch die Integration von ökologischen Prinzipien in biotechnologische Verfahren, um sie stabil, autonom und umweltfreundlich zu entwickeln. Für die Entwicklung eines Sensors, mit dessen Hilfe sich Arsen im Trinkwasser nachweisen lässt, wurde er 2010 mit dem Erwin Schrödinger Preis ausgezeichnet.

 

ZEIT: 20 Jahre nach dem Unglück des Öltankers “Exxon Valdez”

Ingenieur.de: Arsen und Spitzenforschung

Helmholtz Gemeinschaft: Interview mit Prof. Dr. Harms

Da ist der Wurm drin?!

Prof. Dr. Nico Eisenhauer, Universität Leipzig / iDiv

Die Biodiversität spielt eine entscheidende Rolle für die Funktionsweise von Ökosystemen. Wir wissen allerdings erschreckend wenig über einen bedeutenden Teil dieser Biodiversität: diejenige unter unseren Füßen! Dieser Vortrag nimmt Sie mit auf eine kurze Reise in die verborgene Welt der Mikroorganismen und Tiere im Boden und verdeutlicht, dass wir nur ein Verständnis der Funktionsweise von Ökosystemen erlangen können, wenn wir die enorme Biodiversität im Boden berücksichtigen und verstehen lernen. Als ein Paradebeispiel zur Veranschaulichung der Bedeutung von Bodenorganismen wird die Einwanderung europäischer Regenwürmer in nordamerikanische Wälder vorgestellt – plötzlich ist der Wurm drin!

Prof. Dr. Nico Eisenhauer ist Leiter der Forschungsgruppe Experimentelle Interaktionsökologie an der Universität Leipzig und am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig. Im Fokus seiner Arbeit stehen die Fragen, wie sich globale Umweltveränderungen auf die Zusammensetzung und Biodiversität von Ökosystemen auswirken und welche Konsequenzen sich daraus für die Funktionen der Ökosysteme ergeben. Bei der Erforschung terrestrischer Ökosysteme stehen vor allem die Interaktionen zwischen oberirdisch und unterirdisch lebenden Organismen im Vordergrund. Als besonderen Schwerpunkt untersucht Prof. Eisenhauer das Phänomen „Global Worming“ – die Ursachen und Folgen der Invasion europäischer Regenwürmer in Nordamerika.

Deutschlandfunk: Invasion der Wühlbrigaden

Ingenieur.de   

Focus.de: Regenwürmer und Klee schützen vor Hochwasser

Grund zum Leben: Interview mit Prof. Dr. Eisenhauer 

Wie die Pflanze die Raupe Nimmersatt verjagt

Prof. Dr. Nicole van Dam, Friedrich-Schiller-Universität Jena / iDiv

Foto: Tobias Wagner

Pflanzen sind fest in der Erde verwurzelt und können nicht davon laufen wenn ein Fressfeind an ihren Blättern knabbern möchte. Aber wer nicht stark ist, muss schlau sein: Pflanzen haben im Laufe der Evolution schon viele kluge chemische Verteidigungsstrategien entwickelt, um sich von Raupen, Schnecken und Käfern zu befreien. Gerne präsentiere ich Ihnen ein paar dieser Tricks, die wir in unserer Forschung entdecken konnten. Wer weiß – vielleicht ist auch für Ihren Gemüsegarten etwas dabei?

Prof. Dr. Nicole van Dam ist Leiterin der Arbeitsgruppe Molekulare Interaktionsökologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig. Im Fokus ihrer Arbeit steht die Erforschung der molekularen und chemischen Mechanismen, die die Interaktionen zwischen Pflanzen und ihrer Umwelt steuern. Dabei spielen Stressantworten von Pflanzen ebenso eine Rolle, wie das Zusammenspiel zwischen oberirdischen und unterirdischen Prozessen.

Deutschlandfunk: Verteidigungsstrategien des Bittersüßen Nachtschattens

iDiv: Bittersüßer Nachtschatten „blutet“ Zuckersirup, um sich zu schützen

Rewilding European Landscapes

Prof. Dr. Henrique Pereira, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg / iDiv

Some European lands have been progressively alleviated of human pressures, particularly traditional agriculture in remote areas. This talk argues that this land abandonment can be seen as an opportunity to restore natural ecosystems via rewilding. We define rewilding as the passive management of ecological successions having in mind the long-term goal of restoring natural ecosystem processes. We will briefly present the theory of rewilding in the European context. Next we discuss the links between rewilding, biodiversity, and habitats. We conclude with some practical aspects of the implementation of rewilding as a land management option.

Prof. Dr. Henrique Pereira is head of the research group Biodiversity conservation at the Martin Luther University Halle-Wittenberg and the German Centre for integrative Biodiversity Research (iDiv) Halle-Jena-Leipzig. His research aims at understanding the patterns and processes of global biodiversity change, with the goal of informing environmental policy and management of ecosystems. The research projects include for example fieldwork on the biodiversity consequences of rewilding abandoned farmland and models of biodiversity for future socio-economic scenarios. Henrique Pereira and his research group are involved in the Intergovernmental Platform for Biodiversity and Ecosystem Services and the Convention on Biological Diversity and are hosting the secretariat of the Group on Earth Observations Biodiversity Observation Network.

iDiv: IPBES hat seine ersten zwei Assessment-Berichte veröffentlicht

Zusammen ist das Glück!? – Was Pflanzen können und (gemeinsam) bewirken

Prof. Dr. Christian Wirth, Universität Leipzig / iDiv

Pflanzenarten gibt es viele, und keine ist wie die andere: David und Goliath, Sprinter und Langstreckenläufer, „Freak“ und „Normalo“, Konkurrent und Partner, Guerilla und Phallanx, Giftzwerg und Leckerbissen. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Gemeinsam ist ihnen, dass sie Ökosysteme mit Energie versorgen. Wie machen sie das? Wie finden sie zusammen, wie teilen sie sich den Job, und was passiert, wenn eine, zwei, drei, …, viele ausfallen? Das ist es, was die funktionelle Biodiversitätsforschung wissen will.

Prof. Dr. Christian Wirth leitet die Arbeitsgruppe “Spezielle Botanik und Funktionelle Biodiversität” und den Botanischen Garten an der Universität Leipzig und ist geschäftsführender Direktor des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig. Die Forschung von Prof. Wirth beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Biodiversität und Ökosystemfunktionen, wobei seine Arbeit Theorien und Methoden aus der Speziellen Botanik, Pflanzenökologie und Ökosystemforschung integriert und um neue Ansätze erweitert. Prof. Wirth ist an zahlreichen internationalen Projekten beteiligt (China, Brasilien, Sibirien, verschiedene Europäischen Länder) und er ist Mitbegründer der weltgrößten Datenbank von funktionellen Pflanzenmerkmalen (TRY).

Deutschlandfunk: Ende einer Laborkarriere

MZ: Projekt mit Auwald-Kran Leipzigs grüne Klimaanlage