Müll

17.12.2015, München, Backstage

Vorträge

Intelligente Verschwendung – das Ende des Mülls

Prof. Dr. Michael Braungart, Cradle to Cradle Lehrstuhl für Innovation und Qualität, Rotterdam School of Management (Erasmus Universität), Gründer und Inhaber EPEA

Sustainable Cosmetics Summit 2014 Paris. (Foto: Büro Braungart)

Professor Dr. Michael Braungart ist Gründer und Inhaber von EPEA Internationale Umweltforschung GmbH, der Wiege von Cradle to Cradle. Zudem ist er Mitbegründer und wissenschaftlicher Leiter von McDonough Braungart Design Chemistry (MBDC) in Charlottesville, Virginia (USA), und Gründer und wissenschaftlicher Leiter des Hamburger Umweltinstituts e.V. (HUI). Seit Jahrzehnten pioniert Prof. Dr. Michael Braungart das Cradle to Cradle-Designkonzept. Er arbeitet mit vielen Organisationen und Unternehmen unterschiedlicher Branchen zusammen und entwickelte Werkzeuge zur Gestaltung öko-effektiver Produkte, Business-Systeme und intelligentem Material Pooling. Er leitet den Cradle to Cradle Lehrstuhl für Innovation und Qualität an der Rotterdam School of Management der Erasmus Universität (RSM) und ist Professor an der Leuphana Universität Lüneburg, der Universität Twente in Enschede sowie an der TU Delft. Im Rahmen der Exzellenzinitiative erhielt er eine Ehrenprofessor der TU München. (Text: Büro Braungart)

Von Seefahrern, Müllstrudeln und dem Ende der Welt

Dr. Lars Gutow, Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Der Ozean erscheint grenzenlos, doch unsere Abfälle verbinden Küsten. Unzählige Tiere und Pflanzen befahren die Meere auf treibendem Plastikmüll. So gelangen sie von den flachen Küstengewässern hinaus auf die hohe See, wo alles Treibgut in den mächtigen Wirbeln der Ozeane zusammengetrieben wird. Doch jede Reise findet ihr Ende. Im Meer zerfallen Kunststoffobjekte zu mikroskopisch kleinen Plastikfragmenten, die schließlich auf der großen Müllhalde unserer Erde landen – der Tiefsee.

Die Weltmeere. Sie sind der der Arbeitsplatz von Lars Gutow. In der Nordsee und im Atlantik hat er untersucht, wie Müll sich im Meer ausbreitet. Der menschengemachte Müll im Meer ist vielleicht eine der größten aber oft vergessenen Herausforderungen unserer Zeit. Weil das Thema so wichtig ist, hat Lars Gutow zusammen mit Melanie Bergmann und Michael Klag es ein Buch herausgegeben: Marine Anthropogenic Litter. Ein Standardwerk.

 

 

Lars Gutow bei der Arbeit

Abfall – Das urbane Erz

Prof. Dr. Kerstin Kuchta, Technische Universität Hamburg, Umwelttechnik und Energiewirtschaft

Das Handy ist schick und neu – und in spätestens drei Jahren alt und nicht mehr zu gebrauchen. Erstmal landet es für drei weitere Jahre in der Schublade, dann auf dem Müll – und mit ihm eine Vielzahl an wertvollen Edelmetallen. Die Fülle an derartigem Elektroschrott hat in den letzten Jahren drastisch zugenommen, gleichzeitig werden die Ressourcen knapp. Zeit sich zu überlegen, wie wir bereits gewonnene Ressourcen weiter nutzen können. Dieser Frage widmet sich Kerstin Kuchta in Ihrer Forschung.

Die Lösung unserer Müll-Probleme: Kunststoffe in völlig neuem Licht

Prof. Dr. Heinz Langhals, Ludwig-Maximilians-Universität München, Organic and Macromolecular Chemistry

Heinz Langhals in Lintong, wo er an der Restaurierung der Tonkriegerarmee des ersten chinesischen Kaisers arbeitete – auch hier sind Kunstoffe im Spiel. (Foto: Langhals)

Die Cola aus der Einwegflasche ist schnell getrunken. Die Flasche bleibt und wandert mit lauter anderem Müll in den gelben Sack. Die Flasche kann ich wiederverwerten, aber wie finde ich Sie zwischen all den anderen Sachen wieder? Diese Frage hat den international renommierten Kunststoffexperten Heinz Langhals in den letzten Jahren beschäftigt – und er hat eine Lösung gefunden!

Kunststoffe, die heute erhebliche Anteile des Mülls ausmachen und diverse Umweltprobleme bereiten, können durch ihre Wandelbarkeit in Wertstoffe überführt werden und weitere Innovationen auslösen. Dies erfordert neue Technologien, bei denen das Licht eine Schlüsselstellung einnimmt.

Kehrwoche im All – mit dem Laser dem Weltraumschrott auf der Spur

Wolfgang Riede, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Institut für für Technische Physik

Die Gefahr der Zerstörung von Satelliten durch Zusammenstöße mit Weltraumschrott nimmt drastisch zu. Die Forscher am Institut für Technische Physik des DLR in Stuttgart arbeiten daher an Verfahren, wie mit Lasern Weltraumschrott geortet und Trümmerteile sogar aus dem Orbit wieder entfernt werden können. Erfahren Sie mehr, wie Laser die Sicherheit im All erhöhen sollen.

Wolfgang Riedes Arbeitsplatz ist der Weltraum. Denn vom Menschen gemachten Müll gibt es mittlerweile sogar dort. Durch den Orbit fliegen hundertausende Überbleibsel aus über 60 Jahren Raumfahrt. In ihrer Fülle und Geschwindigkeit sind sie eine Gefahr für die Missionen im All. Mehrmals im Jahr muss etwa die ISS Ausweichmanöver wegen Weltraumschrott fliegen. Dieses Problem will Wolfgang Riede lösen.

Wolfgang Riede. (Foto: DLR)