Roboter

19.01.2017, Tübingen, Schlachthaus

Thema

Nach Stationen in Berlin, München, Frankfurt am Main, Leipzig und nochmal Berlin schlagen die Science Notes wieder in ihrem home turf Tübingen auf, der schönsten aller Städte, beschaulich gelegen im Neckartal CYBER VALLEY. Und da aus Tübingen bald nicht nur lauter schlaue Köpfe sondern auch nicht minder kluge Maschinen kommen sollen, wollen wir der Sache einen Abend widmen und fragen: Wer sind die Roboter? In 5 x 15 Minuten werden uns international renommierte Experten Antworten geben!

Vorträge

Wie Roboter sich selbst wahrnehmen.

Prof. Dr. Verena Hafner, Humboldt Universität Berlin

Roboter sind schon längst keine einfachen Maschinen mehr, sondern sie werden uns immer ähnlicher. Wie können Roboter selbständig lernen und sich an Neues anpassen? Können sie sogar ein eigenes Selbst entwickeln und was können wir daraus über uns selbst erfahren?

 

 

 

Robotik & Künstliche Intelligenz

Prof. Dr. Frank Kirchner, Universität Bremen / Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz

In den letzten Jahren hat die Robotik im Bereich der Künstlichen Intelligenz immer mehr an Bedeutung gewonnen.

Während robotische Systeme lange Zeit lediglich als Mittel zur Umsetzung von klassischen Ansätzen der Künstlichen Intelligenz in Bereichen wie Objekterkennung, Umgebungsdarstellung, Lokalisierung und Bewegungsplanung genutzt wurden, beginnt man nun zu verstehen, dass das System selbst, also der Roboter, integraler Bestandteil ist und bei der Erforschung der Künstlichen Intelligenz berücksichtigt werden sollte.

Dieser Vortrag gibt einen Überblick zum Stand der Technik und zeigt Möglichkeiten, wie man die großen Fragen der „KI“ angehen kann. Ferner wird ein Szenario vorgestellt, wie Robotersysteme, in moderne Fertigungsszenarien der Industrie integriert werden. Die Vorteile und „Bottlenecks“ der heutigen Technologie werden diskutiert.

 

Wie verbindlich kann das sein? – Interaktionen mit Robotern

Dr. John Michael, Central European University Budapest University of Warwick

John Michael ist der erste Philosoph, der bei den Science Notes sprechen wird – aber dann ist er auch kein gewöhnlicher Vertreter seiner Zunft. Der akademische Weltenbummler (Stationen in USA, Deutschland, Österreich, Ungarn und jetzt England) interessiert sich besonders dafür, wie Menschen etwas zusammen machen – joint action. Und da Menschen in der Zukunft auch mit Maschinen kooperieren müssen, untersucht Michael auch, wie Menschen mit Maschinen interagieren. Sein Ansatz ist dabei philosophisch und experimentell zugleich. Für seine Forschung hat der Marie Curie Fellow jetzt den ERC Starting Research Grant bekommen: “The ERC Starting Independent Research Grant from the European Research Council: Seventh Framework Ideas Programme (FP7) provides 1,4 million euros and will help John to continue his research on the highest possible level, and to achieve ground-breaking results.” Das Thema lautet “Commitment” und darum geht es auch in seiner Science Notes:

Wie verbindlich kann das sein? – Interaktionen mit Robotern
Roboter sind aus vielen Gründen und in vielen Kontexten spannend. Für die Psychologie sind Roboter unter anderem wegen ihrer Nützlichkeit als Stimuli für Experimente zur sozialen Kognition beim Menschen interessant – man kann nämlich das Verhalten eines Roboters auf eine sehr präzise, kontrollierte Art und Weise variieren, und die Effekte dieser Variationen anhand eines menschlichen Interaktionspartner messen. In diesem Vortrag stelle ich neuere Forschung vor, die Roboter auf diese Weise verwendet, um die psychologischen Mechanismen zu erkunden, die dem intuitiven Verbindlichkeitsgefühl (‚sense of commitment’) zugrunde liegen. Wenn das intuitive Verbindlichkeitsgefühl aus dem Wirken unbewusster Prozesse entstehen kann, die automatisch auf bestimmte Signale in einer Interaktion reagieren, dann sollte es auch für einen Roboter möglich sein, mithilfe solcher Signale ein Verbindlichkeitsgefühl bei einem menschlichen Interaktionspartner hervorzurufen.

Miniature Mobile Robots: Who they are and what they do

Prof. Dr. Metin Sitti, MPI für Intelligente Systeme Carnegie Mellon University

Miniature mobile robots have the unique capability of accessing to small spaces and scales directly. Due to their small size and small-scale physics and dynamics, they could be agile and portable, and could be inexpensive and in large numbers if they are mass-produced. This presentation would show that different size-scale miniature robots leveraging advanced and soft materials could provide high-impact applications in health-care, bioengineering, and inspection. As millimeter-scale mobile robots, novel climbing, flying, jumping-gliding, and water-running robots inspired by insects, bats, and lizards are presented. Pill-size untethered soft capsule robots are proposed to enable minimally invasive medical diagnosis and therapeutic operations inside stomach. Next, micron-scale mobile robots driven by attached bacteria or driven by external magnetic fields are presented. Such microrobots are demonstrated to deliver drugs in targeted cancer cells and assemble cell-laden microgels for tissue engineering applications.

Wie in Zukunft Roboter den Mediziner bei Diagnose und Therapie unterstützen werden

Prof. Dr. Heinz Wörn, Karlsruhe Institute of Technology

Zunächst werden Medizinroboter entsprechend ihren Anwendungsgebieten in einzelne Klassen eingeteilt. Für jede Anwendungsklasse werden einzelne Medizinroboter und Anwendungsbeispiele vorgestellt und diskutiert, die alle in der Forschungsgruppe des Vortragenden entwickelt wurden, z.B. autonomes Knochenschneiden mit Laser, autonomes Nachführen der Kamera bei der Minimalinvasiven Chirurgie von Weichteilen im Bauchraum bis hin zu schlangenähnlichen Robotern und über Magnetfelder steuerbare “Pillen-Roboter“, die im Körperinneren des Menschen helfen sollen.