Abgetaucht – Eine Zeitreise

08.05.2026, Friedrichshafen | Musikmuschel
16:00 Uhr | Eintritt frei

Abgetaucht
– eine Zeitreise

Wir springen in den See und begeben uns auf eine Zeitreise! Unterwasser tauchen wir zusammen mit einer Forschungstaucherin zu den Wracks gesunkener Schiffe. Danach schwimmen wir weiter zu urzeitlichen Pfahlbausiedlungen – wie haben die Menschen damals gelebt? Ein Archäologe erzählt uns von getrüffelter Fischsuppe und dem Stonehenge vom Bodensee. Auch im Wasser und im Sediment finden sich kleinste Spuren von Lebewesen, die vor Jahrtausenden hier gelebt haben. Eine Biologin erklärt uns, wie sie die vergangene Artenvielfalt am Bodensee wiederentdeckt.
Und natürlich haben Menschen in der Urzeit auch Musik gemacht. Eine Flötistin spielt für uns auf dem ältesten Musikinstrument der Welt – und nimmt uns so mit auf eine akustische Reise bis hin zu den Ursprüngen der Musik.

Das Duo Stromschlag begleitet unsere Zeitreise mit analogem Synthesizer und Live-Drums.

Programm

Auf Wracksuche im Bodensee

Julia Goldhammer

Das ROV- und Tauchteam des Landesamtes für Denkmalpflege sucht im Bodensee nach Wracks. Im Rahmen des Projekts „Wracks und Tiefsee“ konnten bereits viele bisher unbekannte Wracks identifiziert und dokumentiert werden. Wie das Team genau vorgeht, warum das Projekt für Denkmalpflege und Wissenschaft wichtig ist und was die Projektmitarbeitenden bereits herausgefunden haben, wird Dr. Julia Goldhammer vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart (LAD) berichten.

Dr. Julia Goldhammer ist Unterwasser- und Feuchtbodenarchäologin am LAD und arbeitet an der Dienststelle Hemmenhofen. Dort hat sie als Referentin für Feuchtbodenarchäologie mit Baumaßnahmen zu tun, die in und an Seen, Flüssen und in Mooren archäologische Denkmale gefährden könnten, außerdem ist sie Taucheinsatzleiterin der LAD Tauchgruppe sowie Projektleiterin des Projekts „Wracks und Tiefsee“.

Klangreise zu den Anfängen der Musik

Friederike Potengowski

Ausgegraben und datiert durch die Universität Tübingen auf ein Alter von rund 40.000 Jahren, sind die Blasinstrumentenfunde aus dem Ach- und Lone Tal (Schwäbische Alb) im Moment der älteste Nachweis für musikalisches Handeln des homo sapiens weltweit. Stumm im Museum liegend erzählen sie nur die halbe Geschichte.

Anna Friederike Potengowski beschäftigt sich damit, ihre klanglichen Möglichkeiten, ihr ursprüngliches Tonmaterial und mögliche gestalterische Mittel und Inhalte steinzeitlicher Musik zu erforschen. Die Ergebnisse präsentiert sie im Anschluss an den Vortrag auch in einem kleinen Konzert.

Archäologische Schatzkammer Bodensee – eine Zeitreise zu den Pfahlbauern

Urs Leuzinger

Der Bodensee ist voller archäologischer Überraschungen. Zu den Highlights gehören sicher die jungsteinzeitlichen Pfahlbausiedlungen, in denen sich von Hauspfählen über Ziegenkot bis zu getrüffelten Fischsuppen unglaubliche Hinterlassenschaften erhalten haben. Ein großes Rätsel bleiben weiterhin die 2015 entdeckten prähistorischen Steinschüttungen – in den Medien liebevoll als Hügeli oder Stonehenge vom Bodensee genannt. Zum Abschluss des Kurzvortrags wird ein Neufund aus der Bucht von Steckborn vorgestellt.

Urs Leuzinger ist Archäologe im Amt für Archäologie Thurgau. Er leitet das Archäologiemuseum in Frauenfeld und forscht seit Jahrzehnten zu den Pfahlbausiedlungen im Thurgau.

 

Auf genetischer Spurensuche durch die Jahrtausende des Bodensees

Laura Epp

Die Sedimente des Bodensees enthalten Aufzeichnungen zu seiner Geschichte – darunter auch DNA-Spuren. Diese können wir nutzen, um zu verstehen wie der Bodensee und seine Bewohner sich seit der letzten Eiszeit entwickelt hat. Seit wann leben dort die Lebewesen, die wir heute kennen? Und welche Rolle spielten dabei Klima und Mensch? Der Vortrag wird einen Einblick in aktuelle Forschungen zur Geschichte des Bodensee-Ökosystems an der Universität Konstanz liefern.

Prof. Dr. Laura Epp ist Professorin für Umweltgenomik an der Universität Konstanz. Sie entwickelt und nutzt genetische Methoden, um die Geschichte von Ökosystemen über Jahrtausende zu rekonstruieren und aktuelle Abläufe sichtbar zu machen.

Musik

Stromschlag

Liveset am analogen Synthesizer

Foto: Patrick Gerstorfer

Mario Schönhofer und Gerwin Eisenhauer kombinieren Musik und Technik auf beeindruckende Weise. In der Performance werden zwei analoge modulare Synthesizer ohne Computer oder Samples zum Zentrum ihrer kreativen Arbeit. Dadurch können die Musiker ihre Songs neu interpretieren und mit Improvisationen und spontanen Kompositionen kombinieren.

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