Reise nach Italien – Viaggio in Italia

09.05.2026, Innsbruck | Treibhaus
19:00 Uhr | Einlass: 18:30 | Eintritt frei

Reise nach Italien

feat. Sarah Wild

Italien liegt vor der Haustür. Der Brenner näher als Bayern. Die Mythen sind zahlreich. Gerade deshalb wagt die Redaktion von Sciences Notes den Weg in den Süden, ihr neues Italien-Heft im Reisegepäck. Sie macht Stopp beim Autogrill. Versucht, dem Biss der Tarantel zu entkommen, der Tarantella und dem ekstatischen Tarantismo auf der Spur. Besucht den Supervulkan der Campi Flegrei bei Neapel. Erzählt uns von Mode, Design und Heftgestaltung. Und eine Innsbruckerin aus Neapel erklärt uns das Mysterium der Quantenphysik. Che notte! Che fantastico! Che bella italia!

Sarah Wild begleitet den Abend mit einem DJ-Set voller Amore.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Journalismusfest Innsbruck statt

Science Notes beim Silbersalzfestival 2023. Foto: ©Nils Stelte

Programm

Eine Italienreise

Sandra Teschow

Italien ist das bel paese – das schöne Land. Der italienische Sinn für Ästhetik ist allerorts präsent, wir finden ihn in der Mode, der Kunst oder der Architektur. Doch wer einmal versucht hat, mit dem Auto durch Palermo zu fahren, weiß, dass manche Regeln in Italien bisweilen außer Kraft gesetzt werden. Diese beiden Seiten, die erhabene Eleganz Italiens und sein chaotischer Reichtum, spiegeln sich auf den Seiten der Italien-Ausgabe des Science Notes Magazins wieder. Die Art Direktorin Sandra Teschow nimmt uns mit auf eine visuelle Reise in das Land wo die Zitronen blühen.

Sandra Teschow ist die Art Direktorin des Science Notes Magazins. Für ihre Arbeit wurde Sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. vom Art Directors Club.

Im Land der Gebissenen

Florian Siever

Im Salento, weit im Süden Italiens, droht der Biss der Tarantel. Nur ekstatischer Tanz bringt Heilung, so der Glaube. Generationen von Forschenden haben das Phänomen des Tarantismo zu erklären versucht. Noch heute lebt es fort. Der Autor Florian Sievers ist für das Science Notes Magazin in den Süden Italiens gefahren, nun erzählt er von seiner Suche nach einem alten Tanz und seinen neuen Formen.

Florian Sievers schreibt als freier Journalist in Berlin und beschäftigt sich ebenso gern mit Technologie und Wissenschaft wie mit Musik und Kunst.

Lavaland

Helke Rüder und Reto Heimann

Lavaland ist ein Podcast über das Leben in einer der gefährlichsten Vulkanregionen der Welt: Eine halbe Million Menschen leben in der sogenannten Roten Zone, die bei einem Ausbruch der Phlegräischen Felder unmittelbar gefährdet ist. In vier Folgen geht der Storytellingpodcast den Fragen nach, warum so viele Menschen auf einem aktiven Vulkan leben. Wie wäre die Region auf den Katastrophenfall vorbereitet? Und warum ist in Neapel eigentlich niemand so recht beunruhigt? Entstanden ist der Podcast als Projekt der Klasse 61B der Deutschen Journalistenschule, die ihn 2025 gemeinsam mit dem Wissenschaftsmagazin Science Notes veröffentlichte. Lavaland zeichnet einerseits nach, dass seriöse Wissenschaft zu unterschiedlichen Schlüssen gelangen kann und ist andererseits eine packend erzählte Geschichte darüber, wie Menschen mit dieser unberechenbaren und ungreifbaren Gefahr umgehen.

Reto Heimann ist Reporter bei watson in Zürich, wo er von der Brandkatastrophe in Crans-Montana über Zürcher Immobilienhaie bis hin zur Hornissen-Invasion über alles berichtet, was die Schweiz bewegt. Heimann hat an der Universität Zürich Literatur und Geschichte im Doppelbachelor und an der LMU München Journalismus im Master studiert. Ausgebildet wurde er an der Deutschen Journalistenschule in München. Die Idee dazu hatte Heimann, als er in einer italienischen Zeitung las, dass bei Neapel eine halbe Million Menschen auf einem aktiven Vulkan leben. Bei Lavaland konnte er seine Liebe zu Italien mit seinem Interesse für gesellschaftspolitische und klimatologische Zusammenhänge verbinden. Von der Pizza in Neapel träumt er bis heute.

Helke Rüder ist Dramaturgin und Journalistin. Während ihres Studiums der Theater- und Medienwissenschaften und Germanistik schrieb sie freiberuflich u.a. für die Nürnberger Nachrichten. Anschließend arbeitete sie als Lokaljournalistin in Schleswig-Holstein für verschiedene Medien wie die Lübecker Nachrichten, den reporter Eutin und Haflinger Aktuell, verantwortete die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für ein Klassik-Festival und arbeitete am Opernloft Hamburg. Ab 2022 absolvierte sie ihre journalistische Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule und arbeitete u.a. für SPIEGEL Leben, Doclights Entertainment und das mare Magazin. Seit 2025 ist sie Dramaturgin an den Hamburger Kammerspielen. Den Podcast Lavaland verantwortete sie als CvD mit.

Raststättenromantik

Sebastian Heinrich

Ti amo autogrill, amore autogrill heißt es in einem Lied der Gruppe Euroteuro. Autogrill steht für die Raststätten Italiens, sie sind die erste Station dolce vita für viele Italienreisende. Doch an den autogrill Italiens lässt sich auch die Nachkriegsgeschichte des Landes erzählen. Die Architektur der Raststätten ist bis heute prägend – und die Bauten für viele ein Sehnsuchtsort.

Sebastian Heinrich, geboren 1987, ist politischer Journalist. Er hat einen Großteil seiner Schulzeit nahe Neapel verbracht, hat eine zur Hälfte italienische Familie – und hört nicht auf, neugierig auf dieses Land zu sein. Seit 2022 veröffentlicht er den Podcast »Kurz gesagt: Italien« und einen dazugehörigen Newsletter. In beiden erzählt er von Italien, indem er das Land ernst nimmt: jenseits der romantischen wie der negativen Klischees, immer ausgehend von einem unübersetzbaren Wort.

Quantum! Quantum! Quantum! Dove è, Cosa è e Perché?

Francesca Ferlaino

Was bedeutet es heute, Wissenschaftlerin zu sein — und insbesondere Quantenphysikerin?
Vielleicht bedeutet es, sich zwischen verschiedenen Zeiten zu bewegen: zwischen den tiefen Wurzeln der Geschichte und den noch offenen Möglichkeiten der Zukunft.

In diesem Beitrag folgen wir den italienischen Spuren der Quantenphysik, hundert Jahre nach den großen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts und in einem Jahr, in dem wir Enrico Fermi feiern — eine der zentralen Figuren dieser Geschichte. Seine Ideen leben bis heute in den grundlegenden Konzepten fort, mit denen wir die Natur beschreiben: Fermionen und Bosonen, die beiden großen Teilchenfamilien, aus denen sich unsere Welt zusammensetzt.

Die Quantenphysik erlebt derzeit einen außergewöhnlichen Moment: Phänomene, die lange Zeit auf Labore beschränkt waren, erreichen zunehmend den Alltag — von Atomuhren in GPS-Systemen über Quantenkommunikation bis hin zu Sensoren der nächsten Generation. Was heute noch als Grundlagenforschung erscheint, könnte morgen zur unsichtbaren Infrastruktur unserer Gesellschaft werden.

Mit dieser neuen Sichtbarkeit wächst jedoch auch eine Verantwortung: zu erklären, was Grundlagenforschung in einer auf unmittelbaren Nutzen ausgerichteten Welt wirklich bedeutet. Denn alles beginnt dort — mit Neugier, mit über Zeit aufgebautem Wissen und mit dem Mut, Wege zu gehen, ohne zu wissen, wohin sie führen.

Francesca Ferlaino hat Physik in Neapel, Triest und Florenz studiert, mit Schwerpunkt auf ultrakalten Quantengasen. Seit 2006 ist sie an der Universität Innsbruck; seit 2014 Professorin für Experimentalphysik und Direktorin des IQOQI der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Preisträgerin von drei ERC-Grants und zahlreichen weiteren Auszeichnungen, gründete sie das Netzwerk Atom*innen zur Förderung von Frauen in der Physik. Sie erhielt den Grete Rehor Staatspreis (2023), wurde von Die Presse zur Österreicherin des Jahres in der Kategorie Forschung gewählt (2024) und vom Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalist:innen zur Wissenschaftlerin des Jahres (2025). Ihre Arbeit erforscht die Quantensimulation mit Gasen stark magnetischer Atome: 2012 erreichte sie das erste Bose–Einstein-Kondensat aus Erbium und beobachtete exotische Materiephasen, darunter den Supersolid-Zustand. Außerhalb des Labors hat sie über 60 Länder bereist, oft hinter der Kamera, gemeinsam mit ihrer Familie.

Musik

Sarah Wild

DJ -Set

Einst war sie Gastgeberin von berüchtigte Underground-Raves in Berlin. Sarah Wilds energiegeladenen Sets bewegen sich zwischen Acid-Basslines und Piano-Elementen. Als DJ und Produzentin ist Sarah Wild von klassischer Disco- und Italo-Musik beeinflusst und hat die Berliner und niederländische Clubszene mit ihrer frischen und einzigartigen Interpretation elektronischer Tanzmusik geprägt.

Sarah Wild auf Bandcamp und auf Soundcloud.

 

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